Zwei der Schwerter — Bedeutung der Karte

Artie Wu — Fünfzehn Jahre Begleitung innerer Arbeit, über 100.000 Menschen

Sie trägt eine Augenbinde. Zwei Schwerter kreuzen sich über ihrer Brust, vollkommen ausbalanciert, in einer Haltung, die sich nicht ewig halten lässt. Hinter ihr: Wasser, das Unbewusste, alles, was sie sich weigert anzusehen. Der Halbmond darüber sagt, dass es etwas zu sehen gibt — doch sie hat sich dagegen entschieden. Diese Karte handelt nicht davon, etwas nicht zu wissen. Sie handelt davon, es nicht wissen zu wollen.

Zwei der Schwerter — Rider-Waite-Smith-Tarotillustration von Pamela Colman Smith
Zwei der Schwerter — Rider-Waite-Smith, illustriert von Pamela Colman Smith (1909, gemeinfrei).

Was sie in Ihnen benennt

Wenn die Zwei der Schwerter erscheint, befinden Sie sich in einer Sackgasse — und die Sackgasse liegt in Ihnen selbst. Zwei Gedanken, zwei Möglichkeiten, zwei Wahrheiten, die einander widersprechen, im vollkommenen Gleichgewicht gehalten, damit keine von beiden gewinnen muss. Das Ergebnis: nichts bewegt sich.

Dies ist die Karte des bewussten Nicht-Sehens. Die Augenbinde wurde ihr nicht aufgezwungen — sie trägt sie selbst. Etwas in Ihnen hat entschieden, dass Nicht-Entscheiden sicherer ist als falsch zu entscheiden. Also halten Sie beide Schwerter fest, lassen die Augen geschlossen und warten. Das Problem: Das Wasser hinter Ihnen steigt weiter. Die Gefühle, die Sie sich weigern anzusehen, verschwinden nicht, weil Sie sie nicht sehen können. Sie sammeln sich an.

Die Augenbinde

Selbst angelegt. Sie hat sie aufgesetzt. Sie kann sie abnehmen. Die Zwei der Schwerter fragt: Was wählen Sie, nicht zu sehen? Nicht, was Sie nicht sehen können — sondern was Sie nicht sehen wollen. Es gibt eine Wahrheit, die Ihnen jetzt zugänglich wäre und die Sackgasse beenden würde, und Sie haben entschieden, dass es weniger schmerzhaft ist, blind zu bleiben, als hinzusehen.

Das Wasser hinter ihr

Gefühle, denen sie den Rücken zugekehrt hat. Während der Verstand sein vollkommenes Gleichgewicht aus zwei Schwertern hält — zwei Gedanken, zwei Argumente —, staut sich das Gefühlsleben hinter ihr. Die Sackgasse ist nicht nur eine des Geistes, sie ist auch eine des Herzens. Man kann sich nicht zu einer Entscheidung denken, die das Herz treffen muss.

Aufrecht

Unentschlossenheit, Sackgasse, blockierte Gefühle, eine schwierige Wahl — doch die entscheidende Erkenntnis lautet: die Lähmung ist eine Entscheidung. Die aufrechte Zwei sagt Ihnen, dass Sie nicht feststecken, weil die Entscheidung unmöglich wäre. Sie stecken fest, weil Sie entschieden haben, dass das Feststecken weniger wehtut als das Entscheiden. Vielleicht stimmte das eine Weile. Doch die Schwerter werden schwerer und das Wasser tiefer. Irgendwann IST das Halten der Balance die Entscheidung — und sie ist die schlechteste von allen.

Umgekehrt

Zwei Bewegungen.

Die erste: Die Augenbinde fällt. Sie sehen endlich hin, was Sie gemieden haben. Die Sackgasse bricht auf, weil Sie sich erlaubt haben, das zu sehen, das die Wahl offensichtlich macht. Das ist die umgekehrte Zwei in ihrer besten Form — keine von außen erzwungene Entscheidung, sondern eine, die unvermeidlich wird, sobald Sie aufhören, sich dem Sehen zu verweigern.

Die zweite: die erzwungene Wahl. Die Schwerter fielen — nicht weil Sie sich entschieden haben, sondern weil Ihre Arme nachgaben. Etwas Äußeres hat die Möglichkeit, blind zu bleiben, beseitigt — eine Frist, eine Konfrontation, eine Konsequenz. Die Sackgasse endete, doch Sie fühlen sich überrumpelt statt entschieden.

Das Erkennungszeichen: Gewähltes Sehen fühlt sich beängstigend, aber klar an; erzwungene Wahl fühlt sich verbittert und zu schnell an.

Welche Wahrheit wählen Sie, nicht anzusehen — und wie würde die Entscheidung lauten, wenn Sie sich erlaubten, sie zu sehen?

Die Legung hat die Augenbinde benannt, die Sie sich selbst angelegt haben. Ariadne kann Ihnen helfen, das anzusehen, was hinter dem Wasser liegt — in Ihrem eigenen Tempo, mit abgelegten Schwertern. Beginnen Sie kostenlos.

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